Infobrief November 2024

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
liebe IG-Mitglieder .

In diesem Jahr fuhren Fritz Heudtlaß (IG-Mitglied) und ich bereits im Spätsommer nach Nadrag. Der Grund war, dass die bisherige Sozialstation wegen Eigenbedarf der Gemeinde umziehen musste und wir bei der Einweihung der neuen Suppenküche dabei sein wollten. Die neuen Räume sind im Ortszentrum und damit für viele Senioren besser erreichbar. Sie sind moderner und zweckmäßiger ausgestattet und „Rollator tauglich“, weil ebenerdig.

Neben den Köchinnen und „unseren“ Senioren waren auch Vertreter der Gemeinde und der Caritas gekommen, um die Einweihung der Sozialstation zu feiern. Pfarrer Hollschwandner ging in seiner Ansprache auf die Bedeutung und Wichtigkeit der Mahlzeiten für die bedürftigen Menschen ein und segnete dann die neue Suppenküche.

Im Anschluss gab es Kaffee und Kuchen sowie Erfrischungsgetränke. Aufgrund der schon seit einigen Wochen anhaltenden großen Hitze von mehr als 36 Grad waren nur wenige Senioren zu der Feierstunde gekommen. Aus dem gleichen Grund konnte auch ein geplanter Besuch bei der 86-jährigen Maria F. nicht stattfinden. Das war sehr bedauerlich, denn Frau F. spricht deutsch und hätte uns bestimmt viel erzählen können.

Die „Allgemeine Deutsche Zeitung“ (ADZ) berichtete einige Tage danach sehr ausführlich über unser Hilfsprojekt. Eine Kopie ist beigefügt.

Seit mehr als dreiundzwanzig Jahren fahre ich nun nach Nadrag. Man sollte meinen, dass sich in dieser Zeit die Situation für die alten Menschen verbessert hat. Das ist leider nicht so. Im vergangenen Jahr wurde darum der Empfängerkreis auf 65 Personen vergrößert. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe!

Wenn wir so durch Nadrag gehen, sehen wir dort noch immer die Ruinen der ehemaligen Stahlfabrik (siehe Bild unten rechts). Es hat sich im Ort kaum etwas zum Positiven verändert. Eine Besserung für die alten Menschen sehe ich nicht, also machen wir weiter.

Im Namen der Empfänger bedanke ich mich sehr herzlich für Ihre Hilfsbereitschaft. Bitte unterstützen Sie auch künftig unser Hilfsprojekt.

Bald ist Weihnachten. Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich schöne Feiertage und ein gutes Jahr 2025 .

Bernhard Balsliemke (Initiator)

Hilfe für Nadrag . . . . . . . . . . . . . .  Hilfe die ankommt !

WN vom 28.02.2024: 20 Jahre Seniorensuppenküche in Rumänien

Hilfe für Nadrag kommt aus Münster

Einmal im Jahr reist Bernhard Balsliemke in das rumänische Dorf Nadrag. Unter dem Motto; „Hilfe für Nadrag!“ hat er dort vor 20 Jahren eine Seniorensuppenküche gegründet. Dennoch, was Balsliemke vor Ort sieht, erschreckt ihn jedes Mal aufs Neue.

Von Anna Brauer
Mittwoch, 28.02.2024, 10:30 Uhr

Weiterlesen:
Hilfe für Nadrag kommt aus Münster (wn.de)

Dankbrief Januar 2024

Sehr geehrte Spenderin,
sehr geehrter Spender,

die Suppenküche ist für die Bedürftigen in Nadrag eine wichtige Einrichtung. Wie wichtig, das sehe und erfahre ich immer wieder, wenn ich mit Pfarrer Hollschwandner durch den Ort gehe bzw. Empfänger besuche. An einen Besuch erinnere ich mich besonders. Wir waren bei der 80-jährigen Paulina P.   Sie wohnt alleine in ihrem kleinen Haus, ist blind und gehbehindert. Ihre Rente beträgt 520 Lei (ca. 105 Euro) im Monat, ihre Medikamente muss sie anteilig selbst bezahlen. Mit einem Satz brachte sie ihre Situation auf den Punkt:   „Zum Glück bekomme ich täglich ein Mittagessen aus der Sozialstation gebracht, sonst wüsste ich nicht was ich machen könnte “     Und dann sagte sie noch, wie sehr sie sich über die jährliche Weihnachtstüte mit Kaffee, Gebäck Apfelsinen, usw. freut.

An der Haustür nahm Frau P. uns in die Arme und bedankte sich bei uns und allen Menschen in Deutschland, die dieses Hilfsprojekt ermöglichen.

Dieses Dankeschön leite ich heute an Sie weiter und wünsche Ihnen ein gesundes Jahr 2024.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Balsliemke (Initiator)

Infobrief November 2023

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

erstmals nach der Corona-Pandemie waren Fritz Heudtlass und ich vor einigen Wochen mal wieder in Nadrag. Bei der Abfahrt in Münster war es kalt und regnerisch. Das änderte sich, je näher wir unserem Ziel kamen. Bei unserer Ankunft war es heiß und sehr schwül. Herbert Grün (Caritas Geschäftsführer) und Pfarrer Josef Hollschwandner begrüßten uns sehr herzlich in der Sozialstation.

Nach der Jahresabrechnung und dem üblichen „Schreibkram“ stand ein Kaffee-Nachmittag mit „unseren“ Senioren auf dem Programm, in diesem Jahr aus einem ganz besonderen Anlass. Die Senioren-Suppenküche besteht schon seit zwanzig Jahren, ein Grund Danke ! zu sagen, den Frauen aus der Küche, Marius, der bei jedem Wetter das Mittagessen zu den Kranken bringt, und ganz besonders Pfarrer Hollschwandner. Er ist trotz einer Erkrankung, von Beginn an organisatorisch für die Suppenküche tätig.

Ein warmes Mittagessen für ältere Menschen in Not.
Senioren Suppenküche aus Nadrag feierte 20-jähriges Bestehen.

Mit dieser Überschrift veröffentlichte die “Deutsche Zeitung“ (ADZ) einen interessanten Artikel über unser Hilfsprojekt, den ich als Anlage beifüge. Die Reporterin beschreibt in dem Beitrag sehr anschaulich die Situation im Ort von der Werksschließung bis heute.

Im Jahr 2001 war ich zum ersten Mal in Nadrag. Seitdem hat sich in dem Ort nicht viel zum Positiven geändert. Einige private Häuser wurden gebaut und die Straßen geteert. Doch das Ortsbild wird immer noch von den Ruinen der Stahlfabrik, den Plattenbauten und den armseligen kleinen Häusern bestimmt.

Man sollte meinen, dass sich die Situation für die Bedürftigen in den zwanzig Jahren gebessert hat. Das ist leider nicht so. Die durchschnittliche Rente „unserer“ Senioren (z. Zt. 54 Personen) beträgt 150,00 Euro. Einige Empfänger bekommen keine Rente oder Sozialhilfe. Sie sind, neben dem Mittagessen aus der Sozialstation, auf ihre Familie oder sonstige Menschen angewiesen.

Die Situation in Nadrag wird sich nach meiner Einschätzung in den nächsten Jahren nicht verbessern. Darum machen wir weiter und vermitteln so den Empfängern die Botschaft: Euer Schicksal ist uns nicht gleichgültig.

Für Ihre Unterstützung bedanke ich mich sehr herzlich. Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich schon jetzt schöne Feiertage und ein gesundes Jahr 2024.

Bernhard Balsliemke (Initiator)

Dankbrief Januar 2022

Sehr geehrte Spenderin, sehr geehrter Spender,

zunächst wünsche ich Ihnen ein gutes und gesundes Neues Jahr.

Schon seit zwei Jahren leben wir mit der Covid-Pandemie und es scheint, als wolle sie nicht verschwinden. In Rumänien wurden kürzlich die Regeln zur Virus-Eindämmung nochmals verschärft. Die Maskenpflicht im Freien, Geschäftsschluss um 20:00 Uhr und ein Ausgehverbot ab 22:00 Uhr sind nur einige Beispiele. Die Alten und Kranken sind von dieser Situation besonders betroffen. Viele trauen sich kaum noch aus der Wohnung.

Pfarrer Josef Hollschwandner aus Nadrag und Herbert Grün von der CARITAS  informieren mich regelmäßig über die Situation in Rumänien und die Veränderungen in der Sozialstation.  So ist z. B. die Zubereitung und Verteilung der Mahlzeiten in der Sozialstation nur unter besonderen Vorsichtmaßnahmen, z.B.  die Essensausgabe in Einweggeschirr erlaubt. Zum Glück gab es im Umfeld der Suppenküche bisher keine Infektionen, hoffentlich bleibt das so.

Zusätzlich zu den Mahlzeiten wurden vor Weihnachten Kaffee, Gebäck, Obst und Schokolade an die Senioren verteilt. Aus früheren Gesprächen weiß ich, wie sehr sich die alten Menschen über solch kleine Geschenke freuen. Unsere Hilfe sättigt nicht nur, sie gibt den Menschen auch das gute Gefühl, nicht vergessen zu sein.

Im Namen der Empfänger bedanke ich mich ganz herzlich für Ihre Unterstützung der Senioren-Suppenküche in Nadrag.

Bleiben Sie gesund.
Das wünscht Ihnen

Bernhard Balsliemke   (Initiator)

Hilfe für Nadrag . . . . . . . . . .  Hilfe die ankommt !

Infobrief Mai 2021

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

die früher üblichen Frühjahrs- und Herbstfahrten nach Nadrag können wegen der Pandemie z. Zt. nicht stattfinden. Dank Telefon und Internet bleibt der Informationsfluss jedoch erhalten.
Mit diesem Brief möchte ich sie über die aktuelle Situation in der Sozialstation und in Nadrag informieren.

Seit mehr als einem Jahr hält das Corona-Virus die Welt fest im Griff. Nach Ausbruch der Pandemie hat die Caritas schnell und umfassend reagiert. Die Ausgabe der Mahlzeiten erfolgt jetzt in Einwegbehältern. Dank unserer Sonderspende im letzten Jahr konnte genügend Schutzkleidung, Atemschutzmasken, Einmal-Handschuhe, Desinfektionsmittel usw. beschafft werden. Durch all diese Maßnahmen gab es in der Sozialstation und im Umfeld bisher keine Corona-Infektionen. Alle Mitarbeiter haben schon die zweite Impfung erhalten. Unsere Hilfe für die alten Menschen läuft weiterhin „geräuschlos“ und effektiv.

Herr Grün teilte mir kürzlich per E-Mail mit, dass es in einer Einrichtung der Gemeinde zu einem Corona-Ausbruch gekommen ist. Ein Großteil des Personals und weitere Personen wurden positiv getestet. Der Inzidenzwert in Nadrag liegt z. Zt. bei 745 , das ist besorgniserregend. Wenn der Wert auf 750 oder mehr steigt, wird der Ort unter Quarantäne gestellt und wäre dann weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Hoffentlich bleiben „unsere“ Senioren und das Umfeld der Sozialstation gesund und hoffentlich verschwindet der Alptraum bald wieder.

Falls Sie weitere Informationen zu unserem Hilfsprojekt wünschen, rufen Sie mich gerne an.
Vielen Dank, dass Sie die Senioren-Suppenküche unterstützen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und   .  .  .  .  .   bleiben Sie gesund !

Mit freundlichen Grüßen

B. Balsliemke
Initiator

Dankbrief Januar 2021

Sehr geehrte Spenderin, sehr geehrter Spender,

das abgelaufene Jahr war von Corona überschattet. Besonders betroffen waren und sind die ärmeren Länder, zu denen auch Rumänien zählt. Die Zahl der Infizierten und Toten ist dort, im Vergleich zu Deutschland viel höher.

In der Sozialstation mit der Senioren-Suppenküche hat sich durch die aktuelle Situation viel verändert. Doch dank strikter Einhaltung der verschärften Vorschriften haben sich bisher weder Essens-Empfänger, noch die Mitarbeiter der Sozialstation infiziert. Dazu beigetragen hat auch unsere Sonderspende. Mit dem Geld wurden für die Sozialstation und für zwei weitere Senioren–Einrichtungen der Caritas, Schutzkleidung, Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken der Klasse FFP 2 gekauft.

Seit vielen Jahren fuhren Fritz Heudtlaß und ich regelmäßig nach Nadrag. Diese Besuche  konnten im Jahr 2020 natürlich nicht stattfinden. Das ist schade, denn die Gespräche mit den alten Menschen, das gemeinsame Kaffeetrinken mit ihnen und der direkte Konntakt fehlen. Ebenso der Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort. So bleibt uns nur das Telefon und das Internet.

Die Suppenküche besteht seit mehr als siebzehn Jahren. Die Situation der Senioren hat sich in dieser Zeit kaum zum Positiven verändert. Die Rente / Sozialhilfe reicht, auch für einen bescheidenen Lebensabend, nicht aus. Eine Chance auf Besserung sehe ich für Nadrag und die alten Menschen nicht.

Arm, hungrig, krank und einsam, das ist für viele Senioren bittere Realität. Mit Ihren Spenden helfen Sie uns, den Bedürftigen ein Leben ohne Hunger zu ermöglichen. Im Namen der Empfänger bedanke ich mich sehr herzlich bei Ihnen.

Hilfe für Nadrag  . . . . . . .  Hilfe die ankommt !

Noch hat Covid-19 die Welt fest im Griff, aber wir werden uns aus der Umklammerung lösen.
Bis dahin wünsche ich Ihnen:   . . . . . .    bleiben Sie gesund !

Mit freundlichen Grüßen
B. Balsliemke (Initiator)

Infobrief November 2020

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

das Corona-Virus hat die Welt mit Wucht getroffen. Die täglichen Nachrichten über die vielen Erkrankten und Toten erschrecken und machen traurig. Über die osteuropäischen Länder wird bei uns nur wenig berichtet. In Rumänien ist, im prozentualen Vergleich zu Deutschland, die Zahl der Infizierten um ein mehrfaches höher als bei uns. Bereits im Sommer wurden dort ganze Städte für einige Wochen unter Quarantäne gestellt .

Durch die aktuelle Situation hat sich in der Senioren-Suppenküche viel verändert. Die Hygienevorschriften wurden verschärft, so wird jetzt z.B. das Essen in Einwegbehältern ausgegeben. Die Mitarbeiter der Sozialstation werden 14 -tägig auf Corona getestet, bis jetzt ist niemand infiziert (hoffentlich bleibt das so). Die Preise für Schutzbekleidung, Mundschutzmasken, Einweghandschuhe usw sind explodiert, auch Lebensmittel sind deutlich teurer geworden. Trotz der insgesamt schwierigen Lage bin ich mit der Situation in der Sozialstation nicht unzufrieden.

Große Sorgen hat die Caritas / Temeschwar mit anderen Hilfseinrichtungen. Ich nenne hier das Altenpflegeheim „Heiliger Franziskus“ in Bakowa und eine Palliativ-Pflegestation. Diese Projekte werden ausschließlich mit Spenden und dem Eigenanteil der Heimbewohner finanziert.

Die Caritas erhält für diese Häuser keine staatlichen Subventionen. Hinzu kommt, dass jetzt weniger Senioren betreut werden dürfen (Abstandsgebot). Durch all diese Umstände sind die obigen Senioren-Einrichtungen in eine erhebliche finanzielle Schieflage geraten. Die Intressengemeinschaft „Hilfe für Nadrag“ hat deshalb die durch Corona bedingten Mehrkosten (Schutzkleidung, Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken usw) als Sonderspende übernommen.

Am 23.Okt. bedankte sich Herr Grün (Geschäftsführer der Caritas) mit den Worten:

Vielen Dank für eure Unterstützung! Ohne diese wäre es für uns unmöglich gewesen, die schwierige Zeit zu überstehen.

Auch ich sage Danke und wünsche Ihnen schöne Feiertage und ein gesundes Jahr 2020.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Balsliemke
(Initiator)

ADZ vom 13.08.2019: Deutsche Wallfahrt in Maria Radna

Zahlreiche Donauschwaben pilgerten zur Mutter Gottes
Von: Raluca Nelepcu

In Radna, am Fuße der Lippaer Hügel, erhebt sich eine Kirche, die jedes Jahr Gäste von nah und fern empfängt. Es ist die römisch-katholische Basilika „Maria Radna“, in der jeder, der zur Mutter Gottes beten will, willkommen ist. Maria Radna bringt Menschen von überall her zusammen, und das unabhängig davon, welcher Konfession sie angehören. Am 2. August pilgerten die Deutschen aus dem Banat nach Maria Radna: Banater Schwaben und Berglanddeutsche von überall her füllten die päpstliche Basilika anlässlich der Deutschen Wallfahrt, die jedes Jahr am Portiunkula-Tag veranstaltet wird. 

Bischof Josef Csaba Pál zur Seite standen mehrere Pfarrer aus der Diözese Temeswar und aus Deutschland (v.l.n.r.): Petru Muţiu aus Fatschet/Făget, Generalvikar Johann Dirschl, Bischof Josef Csaba Pál, Pfr. Robert Dürbach aus Deutschland und Josef Hollschwandner Foto: Zoltán Pázmány

Mit dem traditionellen Singen der Marienlieder begann die Festmesse in der Wallfahrtskirche. An der Orgel saß der Banater Musikwissenschaftler Dr. Franz Metz. Den musikalischen Rahmen der Heiligen Messe gestalteten die Sopranistin Nina Laubenthal und der Bariton Wilfried Michl aus Deutschland mit. Zahlreiche Vertreter der Landsmannschaft der Banater Schwaben sowie mehrerer Heimatortsgemeinschaften, wie etwa Sanktanna / Sântana, Traunau / Aluniș, Lenauheim oder Nitzkydorf / Nițchidorf, reisten auch in diesem Jahr nach Radna. „Es ist uns eine Ehre, wieder bei der Deutschen Wallfahrt dabei zu sein. Für mich war es aus persönlichen Gründen etwas ganz Besonderes, dass Bischof Josef Csaba Pál die Heilige Messe bei der Deutschen Wallfahrt zelebrierte, da ich in den 1980er Jahren in Bakowa bei seinen Gottesdiensten als Ministrant dienen durfte“, erläutert Harald Schlapansky, der stellvertretende Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben.

Aus Nadrag/Nădrag im Banater Bergland fuhr ein Bus mit etwa 45 Menschen nach Radna, viele davon Senioren, die von der Suppenküche des Temeswarer Caritas-Verbands täglich warmes Mittagessen erhalten. Das Sozialprojekt wird von der Interessengemeinschaft „Hilfe für Nadrag“ aus Münster finanziell unterstützt. „Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Bernhard Balsliemke, hat diese Wallfahrt angeregt und wir sind ihm für seine Unterstützung sehr dankbar“, versichert der Ortspfarrer Josef Hollschwandner.

Eine Besonderheit bei der Deutschen Wallfahrt war die Anwesenheit der Mitglieder des Weltdachverbands der Donauschwaben, der die Deutsche Wallfahrt in das Programm des vierten Welttreffens Donauschwäbischer Kulturgruppen aufgenommen hatte. Es kamen also auch Donauschwaben aus den USA, Brasilien und Kanada. Sie alle fanden sich in der Basilica minor im westrumänischen Verwaltungskreis Arad bei der Deutschen Wallfahrt ein. Ungefähr 90 Personen beteiligten sich an dem vierten Welttreffen der Donauschwäbischen Kulturgruppen. Cheyenne Kertes aus Toronto war schon mehrmals bei diesen Welttreffen dabei, auch das Heimatdorf ihrer Oma im ehemaligen Jugoslawien hat sie in der Vergangenheit besucht. „Wir haben in Ungarn eine Donauschifffahrt unternommen und eine Gedenkfeier an der Donau erlebt“, sagt Cheyenne Kertes. „Es ist sehr wichtig, dass wir unsere Sitten und Bräuche pflegen, weil uns das näher zur alten Heimat bringt“, fügt sie hinzu.

Weltdachverbandspräsident Stefan Ihas empfindet es als wichtig, dass sich die Donauschwaben zu ihrer Herkunft bekennen. Das diesjährige Welttreffen fand zum Thema „Donauschwabe – steh dazu. Weltoffen und traditionsbewusst“ statt. „Die Donauschwaben schaffen es überall, ihre Traditionen weiter zu pflegen. Sie sind Inseln in den Ländern, in denen sie leben, und sie haben viel Heimweh. Deswegen geben sie auch ihre Traditionen an ihre Kinder und Enkelkinder weiter“, erklärt der aus der jugoslawischen Batschka stammende Stefan Ihas, der 1965 nach Deutschland auswanderte. Der Weltdachverband der Donauschwaben zählt weltweit ungefähr 100.000 Mitglieder. Stefan Ihas steht seit nunmehr sieben Jahren an der Spitze des Verbandes.

Einer der stetigen Pilger nach Radna ist der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen, Erwin Josef Țigla. „Ich finde es besonders wichtig, dass wir zusammenkommen, um gemeinsam zur Mutter Gottes zu beten. Es ist eine göttliche Fügung, eine Freude und eine christliche Genugtuung, dass heute so viele Teilnehmer aus so vielen Ländern der Welt gekommen sind“, sagt Țigla. „Das bringt mir Kraft für die Zukunft“, erklärt er.

Wieso es wichtig sei, dass eine Sonderwallfahrt nach Radna für die Deutschen veranstaltet wird? „Während des Jahres gibt es nicht viele deutsche Gruppen in Maria Radna; nur solche, die vielleicht zufällig in die Gegend kommen. Es ist wichtig, dass eine Deutsche Wallfahrt stattfindet, denn wir sind nicht mehr so viele und Radna vermittelt eben den Eindruck, dass wir viele sind“, erklärt der Domherr und Pfarrer in Maria Radna, Andreas Reinholz.

Nach der Heiligen Messe durften die Pilger ein Mittagessen genießen und anschließend das Museum des Klosterkomplexes besichtigen. Am Nachmittag gaben die Musiker Franz Metz, Nina Laubenthal und Wilfried Michl ein Konzert in der Kirche.